Drei britische Journalisten haben erneut versucht, das seit Jahrzehnten bestehende Rätsel rund um den Street-Art-Künstler Banksy zu lösen. Der weltbekannte Graffiti-Künstler schützt seine Identität konsequent, doch Recherchen eines Teams der Nachrichtenagentur Reuters bringen nun wieder einen Namen ins Gespräch, der schon früher mit Banksy in Verbindung gebracht wurde.
Neue Spur führt nach Kiew
Die Reporter verfolgten eine Reihe von Hinweisen, die sie schließlich bis nach Kiew führten. Dort tauchten im Jahr 2022 mehrere Wandbilder auf, die Banksy zugeschrieben werden und sich mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine auseinandersetzen.
Im Zuge ihrer Recherche sichteten die Journalisten laut eigenen Angaben Einreiseunterlagen und andere Dokumente. Diese sollen einen Zusammenhang zwischen der Reise nach Kiew und einer Person herstellen, die seit Jahren als möglicher Banksy gilt.
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Verdacht richtet sich erneut auf Robin Gunningham
Im Mittelpunkt der Recherche steht ein Mann aus Bristol, geboren 1973, der bereits mehrfach mit dem Künstler in Verbindung gebracht wurde. Der Name Robin Gunningham taucht seit vielen Jahren in Medienberichten und in Untersuchungen zur Identität Banksys auf.
Laut den Journalisten soll außerdem ein Mann mit dem Namen David Jones, der das gleiche Geburtsdatum wie Gunningham hat, 2022 gemeinsam mit einem Musiker aus dem Umfeld der Band Massive Attack in die Ukraine eingereist sein. Kurz nach dieser Reise wurden mehrere neue Banksy-Wandbilder bekannt.
Massive Attack gilt als eine der prägendsten Gruppen der britischen Trip-Hop-Szene. Immer wieder wurde spekuliert, dass Banksy aus dem Umfeld der Band stammen könnte.
Alte Theorie, neue Hinweise
Die Vermutung, dass Robin Gunningham hinter dem Pseudonym Banksy steckt, kursiert bereits seit mehr als zwei Jahrzehnten. Bereits um das Jahr 2000 soll ein Mann mit diesem Namen in New York wegen der Übermalung eines Werbeplakats festgenommen worden sein. Damals habe er ein handschriftliches Geständnis abgelegt.
Die aktuelle Recherche liefert zwar keine endgültige Bestätigung. Sie stützt jedoch erneut die bekannte Theorie über die mögliche Identität des Künstlers.
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Anonymität als Teil der Street-Art-Kultur
Banksys Geheimhaltung gilt seit Beginn seiner Karriere als zentraler Bestandteil seines Mythos. In der Street-Art-Szene hat Anonymität auch praktische Gründe. Viele Werke entstehen ohne Genehmigung an öffentlichen Gebäuden oder im urbanen Raum. Künstler riskieren dadurch rechtliche Konsequenzen.
Zugleich hat gerade diese Geheimhaltung erheblich zum Kultstatus Banksys beigetragen. Seine Werke erzielen auf Auktionen regelmäßig hohe Preise und werden weltweit ausgestellt.
Veröffentlichung trotz Warnung
Nach Angaben der Journalisten wurde das Team vor der Veröffentlichung ihres Artikels von einem Anwalt des mutmaßlichen Künstlers gewarnt. Dennoch entschied sich die Nachrichtenagentur, den Bericht zu veröffentlichen. Als Begründung wurde ein erhebliches öffentliches Interesse an der Identität des international bekannten Street-Art-Künstlers genannt.
Ob die neuen Hinweise tatsächlich zur endgültigen Klärung beitragen, bleibt offen. Das Rätsel um Banksy dürfte damit vorerst weiter bestehen.
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