Im Juni 2025 ist die Nintendo Switch 2 erschienen, und auch die Nachfolgemodelle der PS5 und Xbox Series bereiten sich langsam vor. Am PC dürsten moderne Spiele nach Arbeitsspeicher und modernen Grafikkarten. Wer die neuesten Spiele genießen will, muss über tiefe Taschen verfügen. Oder nach Alternativen Ausschau halten: Cloud Gaming zum Beispiel. Per Stream erstrahlen brandneue Spiele auf alten Geräten. Internetfähige Geräte wie TV-Sticks können genügen, um ambitionierte Titel wie Cyberpunk 2077 ohne teure Hardware darzustellen.
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Xbox Cloud Gaming – nun auch im günstigeren Abo
Bislang war Xbox Cloud Gaming nur im Game Pass Ultimate – dem teuersten Abo – zugänglich. Testweise hat Microsoft den Cloud-Dienst nun auch für Standard- und Core-Abos freigeschaltet, zumindest für Mitglieder, die am Xbox-Insiders-Programm teilnehmen. Darüber werden neue Funktionen getestet, bevor Updates offiziell veröffentlicht werden. Grundsätzlich steht es jedem User frei, sich für Xbox Insiders freischalten zu lassen.
Via Cloud sind hunderte Xbox-Spiele abrufbar, zum Beispiel auf dem Handy. Grafisch anspruchsvolle Titel der Xbox-Series-Konsolen werden so auf altersschwachen Smartphones zum Leben erweckt. Eingaben erfolgen über den Touchscreen. Wahlweise kann ein Controller – egal, von welchem Hersteller – mit dem Telefon verknüpft werden, um die Spielfigur zu bewegen.
Spielen via Cloud Computing: Wie funktioniert das?
Beim Cloud Gaming wird das Spiel auf einem Server berechnet, ähnlich wie Video- oder Musik-Streaming. Zusätzlich werden Eingaben vom Server empfangen und umgesetzt. Fortwährend werden Audio und Video live übertragen. Im Gegensatz zu Filmen oder Songs, die lediglich abgespielt werden, hat Cloud Gaming mit erheblichen Erschwernissen zu kämpfen. Aufgrund der ständigen Eingaben ist eine gute Internetanbindung unerlässlich.
Interessanterweise ist Cloud Gaming kein neues Konzept. So war es bei Casino Spielautomaten Anfang der 2000er Jahre etwa üblich, einen Client zu installieren. Mittlerweile wird komplett im Browser gespielt. Auf einem Server wird mit einem RNG zufällig ermittelt, welche Gewinnbilder sich ergeben – die daraufhin an den Bildschirm des Slot-Enthusiasten gesendet werden.
Vorteile des Cloud Gamings
Wer auf Cloud Gaming zurückgreift, spart sich den teuren Hardware-Kauf. In den letzten Jahren sind vor allem Grafikkarten unendlich teuer geworden. Kryptowährungen und KI-Anwendungen haben diese Preisentwicklung maßgeblich begünstigt. Gamer müssen in den sauren Apfel beißen – oder eine naheliegende Lösung wie Cloud Computing anvisieren.
Jedes handelsübliche Handy und sogar TV-Sticks lassen sich per Cloud in leistungsstarke Spielekonsolen umwandeln. Außerdem entfällt die Notwendigkeit, über 100 GB große Dateien herunterzuladen, die bei den neuesten Games zur Norm werden. Und selbst wenn die Internetverbindung für den Download schnell genug wäre: Oft fehlt der Speicherplatz, um neue Spiele unterzubringen. Zwar könnte man den Speicher mit einer SSD erweitern, aber dies geht abermals mit Kosten einher.
Bestehende Probleme: Latenz und mangelnde Bildqualität
Allen Lobeshymnen und Stärken zum Trotz sieht sich Cloud Gaming mit Problemen konfrontiert. Ist die Internetverbindung instabil oder zu langsam, werden Eingaben verzögert umgesetzt. Verzerrende Bildartefakte und eine schwankende Audioqualität wären noch zu verschmerzen. Kommt es bei Sprungpassagen oder in einem Multiplayer-Spiel zu einem solchen „Lag“, ist ein Game Over praktisch unausweichlich.
Ein gewisser Input Lag ist beim Cloud Gaming hinzunehmen. Jede Eingabe am Controller muss zunächst an den Server geschickt werden, der die Bewegung umsetzt und im Stream präsentiert. Dies im gleichen Tempo wie mit lokaler Hardware zu schaffen, ist nahezu unmöglich. Je nach Entfernung zum Server und Internetverbindung liegt der Input Lag unter Idealbedingungen bei 10 oder 20 Millisekunden. Hinzu kommt das verwendete Gerät: Ältere Fernseher tragen etwa mit 30 Millisekunden zum Lag bei.
Was das Spielerlebnis ebenfalls beeinflusst, ist der Video-Codec. Um den Lag zu reduzieren, wird das Bild mit einem Codec komprimiert. So wird die Internetverbindung weniger stark belastet. Je nach Codec leidet die Bildqualität. Bei Spielen mit rasanten Richtungswechseln kann dies den Spielspaß beeinträchtigen.
Langfristige Kosten durch Abomodell
Als Stärke des Cloud Gamings werden oft die niedrigen Kosten gegenüber dem Hardware-Kauf angeführt, so auch weiter oben. Hier kommt es allerdings darauf an, welche Abos für wie lange abgeschlossen werden. Anbieter wie Shadow und Geforce Now rufen zum Teil Preise aus, die 20 Euro im Monat übertreffen. Nach zwei oder drei Jahren rückt man preislich in Regionen vor, die kaum noch einen Rabatt erkennen lassen.
Nicht alle Spiele sind in der Cloud verfügbar
Je nach Anbieter lassen sich nur ausgewählte Spiele in der Cloud starten. Jüngst sind Sony sowie Xbox dazu übergegangen, alle neu gekauften Games in der Cloud einzubinden. Nach wie vor ist jedoch einiges zu tun. Zum Beispiel lassen sich PS5-Spiele lediglich auf der Konsole im Stream starten, nicht aber auf der PlayStation Portal. Dabei laufen Games auf der Handheld-Konsole ausschließlich im Stream. Einziger Unterschied: Hier fungiert die PS5 als Server. Da sich die PS5 im Haushalt unweit von der Portal befindet, ist der Input Lag deutlich geringer.
Kontinuierlicher Fortschritt beim Cloud Gaming
Hervorzuheben ist, dass sich Cloud Gaming weiterentwickelt. Zu Beginn war lokaler Multiplayer mit vielen Diensten gar nicht oder bloß eingeschränkt möglich. Inzwischen lassen sich via Cloud Gaming ganze Koop-Kampagnen oder Multiplayer-Spiele im Splitscreen bewältigen.
Amazon Luna hat unter Beweis gestellt, dass ein TV-Stick für Cloud Computing ausreichend ist. Hier handelt es sich um einen Cloud-Anbieter mit monatlichem Abo und kuratierter Bibliothek. Controller lassen sich via Bluetooth mit dem Stick koppeln. Alternativ kann eine Controller-App installiert werden, um das Smartphone zum Eingabegerät umzufunktionieren.
