Eine Wohnung zu renovieren klingt zunächst nach neuen Böden, frischer Farbe und einem moderneren Badezimmer. In der Praxis beginnt eine erfolgreiche Renovierung jedoch deutlich früher. Gerade in Wien treffen unterschiedliche Gebäudetypen, Baujahre und technische Voraussetzungen aufeinander.
Wer eine Wohnung renovieren in Wien möchte, sollte deshalb nicht ausschließlich gestalterisch denken. Altbau oder Neubau, vorhandene Installationen, Untergründe, Budget und die Koordination verschiedener Gewerke beeinflussen den tatsächlichen Aufwand erheblich.
Mit einer strukturierten Vorbereitung lassen sich viele typische Probleme vermeiden. Die folgenden sieben Punkte helfen Eigentümern dabei, eine Renovierung realistisch zu planen.
Inhaltsverzeichnis
Warum Renovierungen in Wien ihre Besonderheiten haben
Wien verfügt über einen vielfältigen Wohnungsbestand. Gründerzeithäuser, Gemeindebauten, Nachkriegsgebäude und moderne Neubauten unterscheiden sich teilweise erheblich in Konstruktion und Ausstattung.
Bei älteren Wohnungen können beispielsweise unebene Böden, mehrfach überarbeitete Wandflächen oder ältere Installationen vorhanden sein. In neueren Gebäuden stellt sich dagegen häufiger die Frage, welche bestehenden Oberflächen tatsächlich ersetzt werden müssen.
Hinzu kommen organisatorische Faktoren. Arbeiten in einem Mehrparteienhaus müssen so durchgeführt werden, dass Zugänge, Transportwege und andere Bewohner möglichst wenig beeinträchtigt werden.
Eine gute Renovierungsplanung berücksichtigt deshalb nicht nur die fertige Gestaltung, sondern auch die Bedingungen des jeweiligen Gebäudes.
1. Altbau oder Neubau richtig einschätzen
Bevor Materialien ausgewählt oder Handwerker beauftragt werden, sollte der tatsächliche Zustand der Wohnung beurteilt werden.
Gerade bei einem Wiener Altbau kann die sichtbare Oberfläche wenig darüber aussagen, was sich darunter befindet. Unter mehreren Bodenbelägen können alte Estriche oder unterschiedliche Untergründe liegen. Auch Wände wurden im Laufe der Jahrzehnte häufig mehrfach verändert.
Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Altbauwohnung problematisch ist. Vielmehr sollte mehr Spielraum für unerwartete Arbeiten eingeplant werden.
In Neubauten sind Untergründe häufig gleichmäßiger, dafür können andere Einschränkungen bestehen. Beispielsweise sollten bestehende Abdichtungen, Fußbodenheizungen oder technische Aufbauten bei Veränderungen berücksichtigt werden.
Wer den Bestand möglichst genau kennt, kann Kosten und Zeit realistischer kalkulieren.
2. Umfang der Renovierung festlegen
Zwischen einer optischen Auffrischung und einer umfassenden Sanierung besteht ein erheblicher Unterschied.
Zu Beginn sollte deshalb definiert werden, welche Bereiche tatsächlich erneuert werden sollen.
Mögliche Maßnahmen sind beispielsweise:
- Wände streichen oder neu verputzen
- Bodenbeläge austauschen
- Badezimmer modernisieren
- Küche erneuern
- Türen aufarbeiten oder ersetzen
- Elektroinstallationen anpassen
- Beleuchtung verändern
- einzelne Räume vollständig sanieren
Je genauer dieser Umfang feststeht, desto einfacher wird die weitere Planung.
Besonders wichtig ist die Frage, ob technische Arbeiten notwendig sind. Müssen Leitungen oder Elektroinstallationen verändert werden, sollten diese Arbeiten vor neuen Boden- und Wandoberflächen erfolgen.
3. Budget inklusive Reserve bestimmen
Renovierungskosten bestehen nicht nur aus sichtbaren Materialien.
Wer beispielsweise einen neuen Boden auswählt, muss unter Umständen zusätzlich das Entfernen und Entsorgen des alten Belags, die Vorbereitung des Untergrunds sowie Sockelleisten und Übergänge einkalkulieren.
Bei einem Badezimmer kommen weitere Arbeiten hinzu. Abdichtung, Sanitärinstallationen, Fliesenarbeiten und Montage können einen großen Teil des Gesamtbudgets ausmachen.
Deshalb ist es sinnvoll, einzelne Kostenbereiche getrennt zu betrachten:
- Materialien
- Arbeitskosten
- Abbruch und Entsorgung
- Vorbereitung des Untergrunds
- technische Arbeiten
- Transport und Lieferung
- mögliche Zusatzarbeiten
Zusätzlich sollte eine finanzielle Reserve vorgesehen werden.
Gerade bei älteren Wohnungen können während der Renovierung Arbeiten sichtbar werden, die vorher nicht vollständig erkennbar waren.
4. Badezimmer und Küche besonders sorgfältig planen
Badezimmer und Küche gehören zu den technisch anspruchsvollsten Bereichen einer Wohnung.
Hier treffen Wasseranschlüsse, Elektrik, Möbel, Boden- und Wandflächen auf engem Raum zusammen. Änderungen an einem Element können deshalb Auswirkungen auf mehrere andere Bereiche haben.
Wer ein Badezimmer renovieren in Wien möchte, sollte bereits vor Arbeitsbeginn festlegen, wo Dusche, Waschtisch und weitere Sanitärobjekte positioniert werden.
Auch Fliesenformat und Fugenbild sollten früh ausgewählt werden. Bei bodengleichen Duschen kommen zusätzliche Anforderungen hinzu. Gefälle, Ablauf, Abdichtung und spätere Fliesenaufteilung müssen aufeinander abgestimmt werden.
Ähnlich gilt in der Küche: Anschlüsse, Geräte und Arbeitsflächen sollten vor der endgültigen Gestaltung der Wand- und Bodenflächen bekannt sein.
5. Die richtigen Materialien auswählen
Bei einer Renovierung sollten Materialien nicht ausschließlich nach ihrem Aussehen ausgewählt werden. Mindestens ebenso wichtig sind Beanspruchung und Pflege.
Ein Boden im Eingangsbereich muss beispielsweise stärker belastbar sein als eine Wandoberfläche im Schlafzimmer. Im Badezimmer müssen Materialien mit Feuchtigkeit und regelmäßiger Reinigung zurechtkommen.
Fliesen sind deshalb insbesondere für Badezimmer, Küchen und stark genutzte Bereiche interessant. Moderne Kollektionen ermöglichen dabei sehr unterschiedliche Gestaltungen – von zurückhaltender Steinoptik bis zu großformatigen, nahezu fugenarm wirkenden Flächen.
Bei der Auswahl sollten außerdem vorhandene Raumproportionen berücksichtigt werden.
Große Formate können beispielsweise auch in kleinen Räumen funktionieren, wenn Zuschnitte und Fugenverlauf sorgfältig geplant werden.
6. Handwerker und Abläufe koordinieren
Eine der größten Herausforderungen bei einer umfangreicheren Renovierung in Wien ist häufig nicht die einzelne Arbeit, sondern die richtige Reihenfolge der verschiedenen Gewerke.
Wenn Installateur, Elektriker, Maler und Boden- oder Fliesenleger beteiligt sind, greifen ihre Leistungen teilweise direkt ineinander.
Ein typischer Fehler besteht darin, Termine unabhängig voneinander festzulegen. Verzögert sich dann eine Arbeit, können mehrere nachfolgende Termine nicht eingehalten werden.
Deshalb sollte bereits vor Beginn geklärt werden:
- Welche Arbeiten müssen zuerst erfolgen?
- Welche Flächen müssen trocknen oder aushärten?
- Wann können andere Gewerke weiterarbeiten?
- Welche Materialien müssen bereits vor Ort sein?
- Wer übernimmt welche Vorbereitung?
Gerade bei Badezimmern ist die Abstimmung besonders wichtig. Wer für entsprechende Arbeiten einen Fliesenleger aus Wien sucht, kann beispielsweise ARIVA für Fliesen-, Renovierungs- und Sanierungsarbeiten berücksichtigen.
Unabhängig vom gewählten Betrieb empfiehlt es sich, Leistungsumfang und Schnittstellen möglichst genau zu besprechen. So lässt sich vermeiden, dass erst während der Arbeiten unklar wird, wer für bestimmte Vorbereitungen oder Anschlüsse verantwortlich ist.
7. Zeitplan nicht zu knapp kalkulieren
Eine Renovierung dauert häufig länger, als es die reine Summe der Arbeitstage vermuten lässt. Zwischen einzelnen Arbeitsschritten können Trocknungs- oder Wartezeiten notwendig sein. Zusätzlich müssen Materialien geliefert und verschiedene Gewerke koordiniert werden.
Ein realistischer Zeitplan sollte deshalb Reserven enthalten. Besonders bei einer Wohnung, die während der Arbeiten nicht bewohnt werden kann, ist eine zu optimistische Planung problematisch.
Eigentümer sollten deshalb nicht ausschließlich mit dem idealen Ablauf rechnen. Sinnvoller ist es, bereits bei der Planung mögliche Verzögerungen einzukalkulieren. Dadurch entsteht weniger Zeitdruck, wenn einzelne Arbeiten länger dauern oder zusätzliche Maßnahmen notwendig werden.
Was vor Beginn zusätzlich geklärt werden sollte
Neben Budget, Material und Handwerkern spielen bei einer Wiener Wohnungsrenovierung auch organisatorische Fragen eine Rolle. Bei Arbeiten in Mehrparteienhäusern sollte beispielsweise geprüft werden, welche Hausregeln für Arbeitszeiten, Liftbenutzung oder den Transport von Baumaterialien gelten.
Auch die Entsorgung alter Materialien sollte organisiert werden. Wer größere Mengen an Fliesen, Bodenbelägen oder Bauteilen entfernt, benötigt eine praktikable Lösung für Abtransport und Entsorgung.
Darüber hinaus sollten Materialien rechtzeitig bestellt werden. Besonders bestimmte Fliesen, Armaturen oder Sonderanfertigungen können längere Lieferzeiten haben. Fehlen sie zum geplanten Zeitpunkt, kann sich der gesamte Ablauf verschieben.
Renovierung nicht nur nach Trends planen
Moderne Gestaltungsideen können eine gute Orientierung bieten. Eine Wohnung sollte jedoch nicht ausschließlich nach kurzfristigen Trends renoviert werden. Bodenflächen, Badezimmer oder Türen werden meist über viele Jahre genutzt. Materialien und Farben sollten deshalb auch langfristig zum Raum und zum eigenen Wohnstil passen.
Bei dauerhaft eingebauten Elementen können zurückhaltende Lösungen sinnvoll sein. Akzente lassen sich anschließend über Möbel, Beleuchtung, Textilien oder kleinere Ausstattungselemente setzen und später deutlich einfacher verändern.
Dadurch bleibt die Wohnung flexibel, ohne auf eine moderne Gestaltung verzichten zu müssen.
Fazit
Wer eine Wohnung renovieren in Wien möchte, sollte vor dem ersten Arbeitsschritt möglichst viele Entscheidungen treffen.
Der Zustand des Gebäudes, der Umfang der Renovierung, ein realistisches Budget und die Auswahl geeigneter Materialien bilden die Grundlage. Besonders Badezimmer und Küche benötigen aufgrund ihrer technischen Anforderungen eine sorgfältige Planung.
Ebenso wichtig ist die Koordination der beteiligten Handwerksbetriebe. Je besser Reihenfolge, Zuständigkeiten und Zeitplan abgestimmt sind, desto geringer ist das Risiko unnötiger Verzögerungen und zusätzlicher Kosten.
Eine gute Renovierung beginnt deshalb nicht mit dem Entfernen alter Fliesen oder dem Streichen der ersten Wand. Sie beginnt mit einer realistischen Bestandsaufnahme und einem Plan, der Gestaltung, Technik und Ablauf miteinander verbindet.
