Vor allem in Alpenregionen und deren Vorland ist der Föhn ein bekanntes Wetterphänomen. Viele Menschen berichten dabei nicht nur von einem auffälligen Wetterumschwung, sondern auch von Kopfschmerzen oder Müdigkeit. Was genau ist Föhn, wie entsteht er, und was steckt hinter der viel diskutierten Föhnkrankheit?
Inhaltsverzeichnis
Was ist Föhn?
Föhn bezeichnet einen warmen, trockenen Fallwind, der auf der windabgewandten Seite eines Gebirges auftritt. Charakteristisch für Föhnlagen sind ungewöhnlich milde Temperaturen, eine sehr gute Fernsicht sowie ein oft auffällig wolkenloser Himmel, während sich auf der Luvseite des Gebirges dichte Wolken und Niederschlag stauen.
Wie entsteht Föhn?
Föhn entsteht, wenn feuchte Luft gezwungen wird, ein Gebirge zu überqueren. Auf der windzugewandten Seite steigt die Luft auf, kühlt dabei ab und verliert durch Kondensation ihre Feuchtigkeit in Form von Wolken und Niederschlag. Auf der windabgewandten Seite sinkt die nun deutlich trockenere Luft wieder ab und erwärmt sich dabei stärker, als sie zuvor beim Aufsteigen abgekühlt ist. Das Ergebnis ist ein spürbar wärmerer und trockener Wind im Lee des Gebirges.
Was versteht man unter Föhnkrankheit?
Als Föhnkrankheit werden verschiedene Beschwerden bezeichnet, die manche Menschen im Zusammenhang mit Föhnwetterlagen wahrnehmen, ähnlich wie es manche auch während einer Hitzewelle beschreiben. Dazu zählen unter anderem Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Kreislaufprobleme oder eine erhöhte Reizbarkeit. Ein eindeutiger wissenschaftlicher Nachweis für einen direkten Zusammenhang zwischen Föhn und diesen Beschwerden steht bislang aus, dennoch berichten viele Betroffene übereinstimmend von ähnlichen Symptomen während ausgeprägter Föhnlagen.
Woran erkennt man eine Föhnlage?
Typische Anzeichen für Föhn sind ein rascher Temperaturanstieg, niedrige Luftfeuchtigkeit, böiger Wind aus einer bestimmten Richtung sowie eine außergewöhnlich klare Sicht, bei der auch weit entfernte Berggipfel deutlich zu erkennen sind. Häufig bildet sich zudem eine charakteristische Wolkenwand über dem Gebirgskamm, die sogenannte Föhnmauer, während im Tal auf der Leeseite kaum Bewölkung auftritt. Mehr zu weiteren Wetterphänomenen finden Sie im Überblick zu Wetterfronten.
